
Wenn du als Creatorin in der Schweiz unterwegs bist und gleichzeitig ein luxuriöses, stimmiges Brand-Feeling aufbauen willst, kennst du das leise Ziehen im Magen: Was, wenn der Markt kippt? Was, wenn ein Monat âkomischâ lĂ€uft und du nicht weisst, ob das ein Ausrutscher ist â oder der Anfang von etwas Grösserem?
Ich bin MaTitie (Editor bei Top10Fans), und ich seh das bei sehr vielen Creators: Nicht fehlender Fleiss ist das Problem, sondern fehlende Vorhersagbarkeit. Genau da hilft dir ein OnlyFans Revenue Chart â nicht als kalte Excel-Ăbung, sondern als sanftes System, das dir jeden Tag ein bisschen Sicherheit zurĂŒckgibt.
In diesem Guide gehtâs darum, wie du dir ein Revenue-Chart baust, das wirklich Antworten liefert:
- Was ist ânormalâ bei dir â und was ist ein Warnsignal?
- Welche Einnahmequelle stabilisiert dich, wenn eine andere schwankt?
- Wie planst du mit Ruhe (und trotzdem ambitioniert), ohne dich in Zahlen zu verlieren?
Warum ein Revenue Chart mehr ist als nur âUmsatzâ
Die meisten schauen auf Total Earnings und fertig. Das ist verstĂ€ndlich â aber es ist wie beim MusikstĂŒck nur auf die GesamtlautstĂ€rke zu achten, statt auf Harmonie, Spannung und Rhythmus.
Ein gutes Revenue Chart zeigt dir:
- Tempo (Wachstum/Abfall ĂŒber Zeit)
- Dynamik (welche Streams tragen wirklich)
- BrĂŒche (wo dein System anfĂ€llig ist)
- Wiederholung (was stabil wiederkommt â und warum)
Und ja: Das ist auch emotional. Ein Chart kann dich entlasten, weil er das diffuse âes fĂŒhlt sich unsicher anâ in konkrete Signale ĂŒbersetzt.
Der aktuelle Kontext: Warum StabilitÀt gerade wichtiger wird
Ein paar aktuelle Schlagzeilen zeigen, wie unterschiedlich OnlyFans als Markt wahrgenommen wird â und warum du dich nicht auf âGefĂŒhlâ verlassen solltest:
- Es gibt Berichte ĂŒber eine Sammelklage, die behauptet, Abos wĂŒrden âvollen Zugangâ suggerieren, wĂ€hrend vieles hinter zusĂ€tzlichen Paywalls bleibt. FĂŒr Creators heisst das: Erwartungen von Fans und die Struktur deiner Paywalls können schnell zu Friktion fĂŒhren â und Friktion siehst du oft zuerst in Zahlen (Retention, PPV-Conversion, Refunds).
- Eine Auswertung zu den Top-LĂ€ndern nach Ausgaben (2025) deutet darauf hin, dass Nachfrage stark konzentriert ist. FĂŒr dich ist das weniger âGeografieâ, sondern ein Hinweis: Sprache, Zeitzonen und Kaufkraft-Segmente sind Hebel, die man messen kann â statt raten.
- Und selbst in der Schweiz tauchen Stories auf, wo OnlyFans in einem völlig anderen Kontext genannt wird (z.âŻB. Ausgaben-Skandal rund um Vereinsgeld). Das ist nicht deine Welt â aber es erinnert daran: Reputation und Diskretion sind Teil deines Risikomanagements. Auch das kann man indirekt im Chart abbilden (z.âŻB. Traffic-Quellen, Plattform-Mix, AbhĂ€ngigkeiten).
ZusĂ€tzlich kursiert in einem Medienbericht eine auffĂ€llige Zahl aus 2023: 131,75 Mio. USD Einnahmen von 7â914 Creators aus einem einzelnen Land. Ohne Wertung: Solche Aggregate zeigen vor allem eines â der Markt ist gross, aber er ist auch messbar. Und messbar bedeutet: du darfst dir ein System bauen, das dich trĂ€gt.
Dein OnlyFans Revenue Chart: Die 6 Spuren, die du tracken willst
Damit dein Chart nicht âhĂŒbschâ ist, sondern nĂŒtzlich, empfehle ich dir sechs Spuren. Du kannst das in Google Sheets, Notion oder Excel fĂŒhren.
1) Brutto-Umsatz pro Tag / Woche / Monat
- Daily: gut fĂŒr Launches, Promo-Tage, Drop-Zyklen
- Weekly: besser fĂŒr dein Nervensystem (weniger AusschlĂ€ge)
- Monthly: fĂŒr Planung, Miete, RĂŒcklagen, Investitionen
Tipp fĂŒr zarte Nerven: Schau tĂ€glich nur kurz rein, aber bewerte wöchentlich.
2) Abo-Umsatz vs. PPV/Upsells vs. Tips
Trenne mindestens:
- Subscriptions
- PPV / Messages
- Tips
- (optional) Livestreams und Bundles
Warum das wichtig ist: Diese Streams haben völlig unterschiedliche âStabilitĂ€tsprofileâ.
- Abo = ruhiger, aber sensibel bei Preis/Value/Retention
- PPV = spiky, stark abhÀngig von Content-Plan und Inbox-Routine
- Tips = stark abhÀngig von Beziehung/Timing/Storytelling
3) Net Revenue (nach Plattformanteil) â und dein âOwnerâs Payâ
Viele fĂŒhlen sich erst stabil, wenn klar ist:
- Netto nach Plattform
- minus fixe Kosten (z.âŻB. Tools, Outsourcing, Set/Props)
- = Ownerâs Pay (das, was dir wirklich gehört)
Mach das sichtbar, weil es dich aus dem âUmsatz-Hypeâ holt.
4) Active Fans + Churn + New Subs
Ein Revenue Chart ohne Fan-Zahlen ist wie ein Klangbild ohne Noten.
Tracke:
- Active Subscribers (End of Period)
- New Subs
- Expired/Cancelled (Churn)
Mini-Formel:
- Net Growth = New Subs â Churn
Wenn Umsatz fĂ€llt, siehst du so sofort: Liegtâs an weniger Fans oder an weniger Spend pro Fan?
5) ARPPU / ARPU (Einnahmen pro zahlendem Fan)
Zwei sehr hilfreiche Werte:
- ARPU = Umsatz / aktive Fans (grob)
- ARPPU = Umsatz / tatsĂ€chlich kaufende Fans (prĂ€ziser, wenn duâs messen kannst)
Das ist dein âLuxus-Hebelâ: Nicht zwingend mehr Fans, sondern besserer Wert pro Fan â ohne Stress, ohne Pushiness, sondern ĂŒber klare Value-Architektur.
6) Conversion-Signale: Views â Clicks â Subs â Buyers
Du musst kein Tracking-Nerd sein. Aber ein paar einfache Signale helfen:
- Profilbesuche (von Traffic-Quelle getrennt, wenn möglich)
- Promo-Posts pro Woche
- Anteil der Fans, die PPV kaufen (Buyer Rate)
Wenn Buyer Rate sinkt, ist das oft ein Hinweis auf:
- falsche Preisstufe
- zu hÀufig/zu seltene Drops
- unklare Erwartung (âwas bekomme ich im Abo wirklich?â)
Gerade die Klage-Story rund um âFull Accessâ-Erwartungen ist hier ein Reminder: Transparenz im Angebot schĂŒtzt deine Zahlen.
Die Chart-Struktur, die ich Creators am liebsten gebe (simpel, aber stark)
Wenn du das schnell umsetzen willst, bau dir 3 Tabs:
Tab A: âDashboardâ (nur 10 Kennzahlen)
- Total Gross (Monat)
- Total Net (Monat)
- Ownerâs Pay (Monat)
- Active Subs (Monatsende)
- New Subs
- Churn
- Abo-Umsatz
- PPV-Umsatz
- Tips
- ARPU
Tab B: âDaily Logâ (2 Minuten pro Tag)
Spalten:
- Datum
- Gross
- Subs
- PPV
- Tips
- Notiz (Drop, Promo, Stimmung, Zyklus, Reise)
Die Notiz-Spalte ist nicht banal: FĂŒr viele ist genau das die BrĂŒcke zwischen Zahl und Leben. Und Leben beeinflusst Output.
Tab C: âForecastâ (Planungsruhe)
Spalten:
- Monat
- konservativ / realistisch / ambitioniert
- Annahmen (z.âŻB. Preis, Drop-Frequenz, 1â2 Kampagnen)
Du willst âpredictable systemsâ? Dann gib deinem Business 3 Szenarien. Das nimmt Druck raus, weil nicht alles âgelingenâ muss, damit du okay bist.
Ein Revenue Chart, das zu deinem luxuriösen Stil passt (ohne dich zu verbiegen)
Dein Ă€sthetischer Anspruch ist nicht nur Deko â er kann dein Umsatzsystem stabilisieren, weil er fĂŒr Wiedererkennbarkeit sorgt. Im Chart kannst du das abbilden, indem du Content nicht nach âMengeâ, sondern nach âKollektionenâ planst:
- Kollektion (Signature): reich, textural, high-end Vibe
- ZwischenstĂŒcke (Low Effort, High Intimacy): kurze Audio/Voice, kleine Ritual-Updates, Mood-Posts
- Event-Drops (Peak Revenue): thematische Releases (z.âŻB. âVelvet Weekâ, âGold Hourâ, âSilk After Darkâ â du weisst, was zu dir passt)
Dann trackst du im Daily Log:
- Drop-Typ (Signature / ZwischenstĂŒck / Event)
- Umsatz-Peak
- Buyer Rate
- Auswirkungen auf Churn (wichtig!)
So entsteht ein Chart, das nicht nur âmehrâ will, sondern dein Brand schĂŒtzt.
StabilitÀt bauen: Was du aus deinem Chart lesen kannst (ohne Panik)
Hier sind drei typische Situationen â und was dein Chart dir sagen kann:
Situation 1: Umsatz fÀllt, Active Subs bleiben stabil
Dann sinkt meist:
- PPV-Conversion oder
- ARPU
Sanfte Stellschrauben:
- 1 PPV weniger, dafĂŒr klarer kuratiert (weniger âNoiseâ)
- âAbo-Wertâ sichtbarer machen (Pinned Post: Was ist inklusive?)
- Preis-/Bundle-Test ĂŒber 14 Tage (nicht tĂ€glich Ă€ndern)
Situation 2: Active Subs fallen, PPV steigt kurz
Das ist oft ein âStress-Patternâ: Du kompensierst Churn mit Upsells. Funktioniert kurzfristig, ist aber emotional anstrengend.
Sanfte Stellschrauben:
- Retention-Content einplanen (ruhig, persönlich, verlÀsslich)
- Onboarding-Sequenz (Tag 1/3/7): kurze Willkommensmessage, Erwartung, ein Highlight
- Weniger Fokus auf âneue Fans jagenâ, mehr auf âbestehende Fans haltenâ
Situation 3: Alles schwankt â und du fĂŒhlst dich ausgeliefert
Dann fehlt dir meist:
- Rhythmus (Drop-Plan)
- Segmentierung (wer kauft was)
- oder Diversifikation (Traffic/Plattform-Mix)
Genau hier wirkt ein Forecast-Tab wie ein GelÀnder: Er gibt dir Handlungsoptionen, ohne dass du dich selber pushen musst.
Benchmarks (vorsichtig gedacht): Was ist âgesundâ?
Benchmarks sind gefĂ€hrlich, wenn sie dich vergleichen lassen. Nutze sie als âOrientierungslichtâ, nicht als Urteil.
Ein paar gesunde Fragen statt harter Zielzahlen:
- Kommt ein relevanter Anteil deines Umsatzes wiederkehrend (Abo, StammkÀufe)?
- Kannst du mit âkonservativem Szenarioâ deine Fixkosten tragen?
- Gibt es einen klaren Zusammenhang zwischen Drops und Umsatz-Peaks, oder ist alles zufÀllig?
Wenn du willst, baust du dir eine Ampel ins Dashboard:
- GrĂŒn: im konservativen Plan
- Gelb: im realistischen Plan
- Rot: unter konservativ
Das ist psychologisch viel freundlicher als âZiel verfehltâ.
Risiko-Minimierung, ohne dass du dich klein machst
Ein Revenue Chart ist auch ein Risikomanagement-Tool. Drei Risiken, die ich bei Creators am hÀufigsten sehe:
1) AbhÀngigkeit von einer einzigen Einnahmequelle
Wenn 80â90% aus PPV kommen, bist du anfĂ€lliger fĂŒr Stimmung, Zeit, Energie.
Wenn 80â90% aus Abos kommen, bist du anfĂ€lliger fĂŒr Churn-Wellen.
Ziel (nicht als Muss, eher als Komfortzone): ein Mix, der dich ruhig schlafen lÀsst.
2) Unklare Angebotslogik (fĂŒhrt zu EnttĂ€uschung)
Die erwĂ€hnte âFull Accessâ-Debatte in den Medien ist ein Reminder: Schreib glasklar hin,
- was im Abo ist
- was extra kostet
- wie oft Drops kommen (ungefÀhr)
Klarheit ist Luxus.
3) Reputations-/Diskretionsstress
Wenn du in der Schweiz lebst, ist Diskretion oft realer als irgendwo sonst (kleinere Kreise, mehr Ăberschneidungen). Du kannst das im Chart nicht direkt messen, aber du kannst AbhĂ€ngigkeiten reduzieren:
- Traffic nicht nur aus einem Kanal
- Content-Plan so, dass du nicht in Druck-Spiralen gerÀtst
- klare Grenzen (was du nie machst, egal wie der Monat lÀuft)
Das ist nicht âweniger ambitioniertâ. Das ist nachhaltig.
Eine sanfte 14-Tage-Routine (fĂŒr StabilitĂ€t ohne Overthinking)
Wenn du grad zögerlich bist, fang klein an:
Tag 1: Dashboard bauen (10 Kennzahlen)
Tag 2â3: Daily Log starten (nur Gross + Notiz)
Tag 4: Streams trennen (Abo/PPV/Tips)
Tag 5: Active Subs + New + Churn ergÀnzen
Tag 6: Erste Wochen-Review (15 Minuten, freundlich)
Tag 7: Einen Forecast fĂŒr die nĂ€chsten 2 Monate (konservativ/realistisch/ambitioniert)
Tag 8â14: Ein einziger Test (z.âŻB. Onboarding-Sequenz oder Drop-Rhythmus) und im Log markieren
Am Ende von 14 Tagen hast du kein perfektes System â aber du hast einen Anfang, der dich trĂ€gt.
Wenn du deine Zahlen siehst und trotzdem Angst bekommst
Das ist normal. Zahlen fĂŒhlen sich manchmal wie ein Urteil an. Ich wĂŒrdâs eher so sehen: Dein Revenue Chart ist ein Spiegel, der dir hilft, dich besser zu halten.
Wenn dich ein roter Monat trifft, heisst das nicht, dass du âfalschâ bist. Es heisst: Dein System braucht eine Anpassung. Und Systeme kann man bauen.
Wenn du dabei UnterstĂŒtzung willst: Du kannst spĂ€ter auch mit leichten Hebeln arbeiten, die sehr âluxury-friendlyâ sind (Bundle-Architektur, wertige Serien, internationale Positionierung). Und falls du mal globaler denken möchtest: join the Top10Fans global marketing network.
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